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Vom Versuch, eine seit 20 Jahren funktionierende Hausgemeinschaft zu zermürben und vom Widerstand dagegen

Die Wonnhalde ist ein altes Haus, erbaut in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts und bietet Platz für 17-19 Menschen. Mehr zur Geschichte des Hauses finden Sie hier.

In Zusammenarbeit mit dem Mietshäusersyndikat wollen wir Wohnraum für Familien und Menschen mit wenig Geld erhalten bzw. schaffen. Das Syndikat garantiert, dass kein Wohnraum reprivatisiert wird und niemand aus den Mieten Gewinne erzielt. Um unser Projekt durchzuführen, brauchen wir möglichst viele Menschen, die uns mit Direktkrediten unterstützen, da der Hauskauf zur Hälfte mit Direktkrediten finanziert wird. Direktkredite sind eine soziale Geldanlage, die über das Grundbuch abgesichert ist und mit bis zu 3% Zinsen p.a. sogar etwas Gewinn einbringt.

Leider versucht seit nunmehr drei Jahren ein kleiner Teil der Stadtverwaltung sowie des Amtes für Liegenschaften und Wohnungswesen diesem Projekt ein Ende zu machen, nachdem man sich zunächst noch an einem Verkauf interessiert gab. Die Geschichte wird täglich immer absurder, längst ist klar, dass unser Haus zusammen mit dem benachbarten Männerwohnheim Wonnhalde 1 abgerissen und das "gut vermarktbare Grundstück" höchstbietend verkauft werden soll. Allein, wir die 11 MieterInnen stehen diesem Verkauf im Wege. Und so behauptet man seit 3 Jahren stoisch, unser Wohnraum werde "dringend" zur Unterbringung von Obdachlosen und Flüchtlingen benötigt. Lesen Sie auf dieser Homepage wie beliebig, zynisch und willkürlich diese Argumente sind.

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AKTUELLER AUFRUF

Bezahlbarer Wohnraum für alle statt Exklusivresidenzen für Reiche! Die Hausgemeinschaft Wonnhalde 1a lässt sich nicht vertreiben!

Dienstag, 15. Juli 2008, 11 Uhr: Erneuter Versuch der Stadt Freiburg, die MieterInnen der Wonnhalde 1a heraus zu mobben

Seit nunmehr drei Jahren versucht die Stadt Freiburg, die langjährigen MieterInnen des städtischen Mietshauses Wonnhalde 1a los zu werden. Doch weder Kündigungen noch der moralische Appell, doch bitteschön Platz für eine angeblich dringend nötige neue Flüchtlingsunterkunft zu schaffen, haben bisher zum gewünschten Erfolg geführt: Lediglich eine Hand voll BewohnerInnen aus zwei Wohngemeinschaften ist während des zermürbenden Hin und Her der letzten Jahre „freiwillig“ ausgezogen. Nun hat die Stadt angedroht, die freigewordenen Einzelzimmer mit „Notfällen“ zu belegen und damit Zwangswohngemeinschaften zu schaffen. Zu diesem Zweck findet am kommenden Dienstag um 11 Uhr eine Zwangsbegehung der beiden Wohngemeinschaften durch eine Delegation der Stadt Freiburg statt. Das Kalkül ist klar: Die bestehenden MieterInnen ziehen genervt aus, die neuen Bewohner ohne Mietverträge werden kurzerhand wieder umgesiedelt und das Haus, das man seit einem Jahrzehnt verrotten lässt, wird mit Verweis auf „seine veraltete Baustruktur“ abgerissen. Der Hintergrund dieser verzweifelten Hauruckaktion ist seit längerer Zeit aktenkundig und wird auch von den Akteuren der geplanten Zwangsbelegung unumwunden zugegeben: Das gesamte Gelände, auf dem neben dem Mietshaus Wonnhalde 1a noch das demnächst schließende Männerwohnheim Wonnhalde 1 angesiedelt ist, soll auf dem Markt höchstbietend verkauft werden. Gemäss Drucksache G-08/051 des Gemeinderates handelt es sich um eine gut vermarktbare Lage mit einem zu erwartbaren „Gewinn“ von bis zu 1,9 Millionen Euro. Das Gelände wäre damit zugunsten wohlhabender Neufreiburger privatisiert und bezahlbarer Wohnraum vernichtet. Doch die Hausgemeinschaft Wonnhalde 1a wehrt sich nicht nur gegen diese Marktprivatisierung, sondern will beide Häuser im Rahmen eines Genossenschaftsmodells kaufen und zusammen mit anderen Gruppen ein sozial nachhaltiges Wohnkonzept umsetzen. Um dies zu erreichen, sollte eine breite Öffentlichkeit der städtischen Delegation bei ihrer Zwangsbegehung auf die Finger schauen.

Wir laden deshalb zu einem zweiten Frühstück mit Kaffee und Croissants ein:Dienstag, den 15. Juli 2008, 10.30 Uhr

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Badische Zeitung vom 24.5.2008

"Keine Bewegung in Sicht. Was wird aus der Wonnhalde 1a? Die Mieterinnen und Mieter fühlen sich unter Druck gesetzt"

Von unserer Mitarbeiterin Anja Bochtler

Auf ihren vier Tage alten Brief an die Stadtverwaltung bekommen die elf Mieterinnen und Mieter der Wonnhalde 1a vermutlich keine Antwort. Sie bekräftigen darin ihr Interesse am Kauf des Hauses gemeinsam mit dem Mietshäusersyndikat. Bewegung in die verhärteten Fronten bringt das nicht. Die Stadt brauche das Haus, um Flüchtlinge und Wohnungslose unterzubringen, argumentieren die Pressesprecherinnen Petra Zinthäfner und Edith Lamersdorf. Die Mieter halten das für einen Vorwand. Ziel sei, das Haus zu verkaufen: An den, der am meisten bietet. Das streitet man bei der Stadtverwaltung gar nicht ab. Zurzeit werde das Haus zwar gebraucht, weil die Wohnungslosen-Unterkünfte in der Bayernstraße 1 und 3 aufgegeben werden mussten und die Flüchtlingsunterkunft Hagelstauden wegen der Bebauung des Gebiets "Innere Elben" keine Zukunft hat. Für die Pflicht-Unterbringung Wohnungsloser und Flüchtlinge teuren Wohnraum anzumieten sei undenkbar, wenn die Stadt eigenen günstigen Wohnraum habe. Doch falls sich an dieser Situation etwas ändern sollte, könne das Haus durchaus verkauft werden — nach Ablauf der Frist, die nach dem Bürgerentscheid das Verkaufen städtischer Wohnungen verhindert. Dann werde eine öffentliche Ausschreibung entscheiden, betont Edith Lamersdorf: Da könnten sich die Mieter bewerben, aber "ohne Vorrechte, ohne Sonderregelung." Die einst bewährte Kooperation zwischen Stadt und Mietern ist seit drei Jahren zu Ende. Damals wurde den Bewohnern der Wonnhalde 1a, wo seit mehr als 20 Jahren "Menschen mit kleinerem Portemonnaie" zum Teil in Wohngemeinschaften mit gemeinsamen Küchen und Bädern zusammenleben, gekündigt. Seitdem stehen Zimmer leer. Die Stadt möchte keine neuen langfristigen Mieter mehr, die — wie früher üblich— von den WGs vorgeschlagen werden, weil die Bewohner ausziehen sollen. Sie "knallhart ’raus zu klagen" sei jedoch nicht geplant, sagt Edith Lamersdorf, ob das rechtlich Erfolg haben könnte, ist ohnehin unklar. Trotzdem fühlen sich die Mieter unter Druck gesetzt, seit sie kürzlich von einem geplanten Begehungstermin der leeren Zimmer durch die Stadtverwaltung am darauf folgenden Tag erfuhren. Ihnen leuchtet nach wie vor die Dringlichkeit nicht ein, auf die sich die Stadtverwaltung seit drei Jahren beruft. Diese Argumentation werde nur benutzt, um die lukrativste Vermarktung des Hauses und des Nachbarhauses (Wonnhalde 1), in dem ein Männerwohnheim untergebracht ist, zu ermöglichen. Wenn dann ein Investor die alten Häuser abreißen würde, entstehe dort "gewiss kein Wohnraum für Gering- oder Normalverdiener" . Genau den aber wollen die Mieter mit ihrem gemeinschaftlichen Wohnprojekt bewahren — und kritisieren generell die "doppelzüngige Wohnungspolitik" der Stadt, die vorgebe, sich für günstige Mieten einzusetzen, aber vor allem auf Profit aus sei.