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AKTUELLE MELDUNG 1.Mai.2009: Stadt kündigt härteres Vorgehen an und bereitet Kündigungen vor

In einem auffällig autoritär geführten Gespräch hat uns das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen am 21.4.2009 mitgeteilt, dass nun den letzten drei BewohnerInnen der durch die Stadt gezielt entmieteten Wohngemeinschaften gekündigt wird. Die beiden Wohnungen würden dringend für Flüchtlingsfamilien benötigt. Die anderen HausbewohnerInnen könnten "vorerst" bleiben. Ab dem 1.Mai verteilen wir stadtweit ein umfangreiches Flugblatt zur Geschichte des Konflikts und seiner politischen Einordnung. Sie können es hier herunterladen: Vom Zynismus kommunaler Wohnungspolitik

Die Initiative Wohnen ist Menschenrecht hat eine Petition zur Zunkunft der Wonnhalde 1a mit konkreten, sinnvollen Lösungsvorschlägen verfasst. Sie ist hier als PDF Datei abrufbar: Petition WIM

In den nächsten Wochen wird dafür geworben, diese zu unterschreiben. Sie können dies auch direkt tun, indem Sie eine Email schicken an: wonnhalde(ät)gmx.de

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AKTUELLE MELDUNG 9.12.2008

Die in der Vorlage G-08/221 vorgesehenen Massnahmen (Kündigungen und zugleich Zwangseinweisung Obdachloser in leere WG-Zimmer) wurden vorerst zurückgestellt. Noch bevor ein entsprechender Antrag von UL und GAF im Gemeinderat vom 9.12.2008 behandelt wurde, zogen die Bürgermeister den Punkt Wonnhalde aus der Vorlage heraus. Unsere Öffentlichkeitsarbeit hat auch intern zu viele Zweifel aufkommen lassen, so dass nun offiziell das Ganze zur Überarbeitung zurück an das Amt für Wohnraumversorgung verwiesen wurde. AKTUELLE MELDUNG 9.12.2008

Die in der Vorlage G-08/221 vorgesehenen Massnahmen (Kündigungen und zugleich Zwangseinweisung Obdachloser in leere WG-Zimmer) wurden vorerst zurückgestellt. Noch bevor ein entsprechender Antrag von UL und GAF im Gemeinderat vom 9.12.2008 behandelt wurde, zogen die Bürgermeister den Punkt Wonnhalde aus der Vorlage heraus. Unsere Öffentlichkeitsarbeit hat auch intern zu viele Zweifel aufkommen lassen, so dass nun offiziell das Ganze zur Überarbeitung zurück an das Amt für Wohnraumversorgung verwiesen wurde. Erst einmal ist damit das Gröbste abgewendet, aber sicherlich nur für kurze Zeit. Längst ist klar, dass es der Stadtverwaltung (auch dem Sozialbürgermeisteramt) ums Prinzip geht. Es darf offenbar keine „Schwäche“ gezeigt werden, zumindest würde das Walten von Vernunft offenbar so ausgelegt werden.

Zeitung zum Samstag 6.12.2008

Badische Zeitung 29.11.2008

Stadtmagazin Chilli Sonderausgabe Oktober 2008

Interview Radio Dreyeckland 5.12.2008.mp3

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25.11.2008

Stellungnahme des Hausvereins Wonnhalde 1a zu den neuen Plänen der Stadtverwaltung (Drucksache G-08/221) bezüglich der Zukunft der Anwesen Wonnhalde 1a und 1.

Obdachlose und MieterInnen lassen sich nicht gegeneinander ausspielen

Seit nunmehr vier Jahren versucht die Stadtverwaltung Freiburg, die 11 langjährigen MieterInnen im Mietshaus Wonnhalde 1a loszuwerden. Das Haus werde – so die offizielle Begründung – als Wohnheim für „benachteiligte“ Personengruppen benötigt. Das Vorhaben scheiterte bislang sowohl am Widerstand der BewohnerInen, wie auch an zahlreichen Ungereimtheiten: Hatte man beispielsweise in den vor zwei Jahren erfolgten Kündigungen noch den „dringenden Bedarf“ an Heimplätzen für die Flüchtlinge aus dem Wohnheim Hagelstauden betont, musste die Stadtverwaltung wenige Zeit später einräumen, daß dieser gar nicht existierte. Kurz darauf wurden länger existierende Pläne bekannt, das baufällige Haus Wonnhalde 1a zusammen mit dem benachbarten Haus Wonnhalde 1 abreißen und das Gelände „in gut vermarktbarer Lage“ an Privatinvestoren verkaufen zu wollen. Hierzu hätte es al-lerdings einer Alternative für das im Haus Wonnhalde 1 betriebene Männerwohnheim bedurft. Diese Alternative sollte der Neubau eines großen Wohnheims in Haslach werden, in das dann neben dem Heim Wonnhalde 1 noch die Heime Elsässerstrasse 7 sowie Schwarzwaldstrasse 69 integriert worden wären. Bekanntlich ließ sich dieses Vorhaben politisch nicht umsetzen. Am Plan, das Haus Wonnhalde 1a zu entmieten, hält man jedoch fest. In der nun vorliegenden Drucksache G-08/221, die am 9.12.2009 im Gemeinderat zur Abstimmung steht, wird angekündigt, daß zum einen 5 obdachlose Männer vom Wohnheim Elsässertrasse 7 in das Haus Wonnhalde 1a „umgesetzt“ werden sollen. Zum anderen soll nach erfolgter „Auflösung“ (sprich Kündigung) der bestehenden Mietverhältnisse das gesamte Haus als Obdachlosenheim fungieren, zusätzlich zu dem bereits bestehenden Heim Wonnhalde 1. Um dieses Vorgehen zu rechtfertigen, wird nun massiv moralischer Druck auf die 11 MieterInnen aufgebaut, in dem diese als minderheitenfeind-lich denunziert werden.

Diese Diffamierung basiert auf der Vorspielung falscher Tatsachen:

Die Stadtverwaltung vermittelt den Eindruck, die BewohnerInnen wehrten sich dagegen, daß im gleichen Haus obdachlose Männer in leere Wohnungen einziehen sollen. Dies ist eine infame Lüge.

Im Haus existieren seit 20 Jahren u.a. zwei Wohngemeinschaften, in denen jeweils vier Leute wohnen können. In den letzten vier Jahren gelang es der Stadt, die auf Einzelmietverträgen basierenden Wohngemeinschaften auszudünnen. Zum einen hatte man die im Zuge der normalen Fluktuation bei Wohngemeinschaften freiwerdenden Zimmer nicht wie üblich an die von der Wohngemeinschaft vorgeschlagenen Nachmieter mit Wohnberechtigungsschein vermietet. Zum anderen fühlten sich einige der BewohnerInnen nach den Kündigungen und Drohungen entmutigt und zogen aus. Seitdem stehen Zimmer für insgesamt fünf Menschen leer (Drei Zimmer sind mit ca.10 Quadratmetern und Dachschräge zu klein für eine Person). Die verbleibenden drei BewohnerInnen der Wohngemeinschaften wehren sich dagegen, daß man ihnen nun wild-fremde Menschen als Mitbewohner vorsetzt um sie dadurch rauszuekeln. Um den Vorwurf der Zwangswohngemeinschaften zu entkräften, sieht die Vorlage den abenteuerlichen Umbau der Wohnungen für 20 000 Euro vor, den sie offenbar mit Polizeieinsätzen durchsetzen will. Es ist nämlich gar nicht möglich die Wohnungen mit gemeinsamen Flur und Eingang in für sich abge-schlossene Apartments aufzuteilen.

Die Stadtverwaltung suggeriert einen akuten Bedarf an Wohnheimplätzen

Es ist offensichtlich, daß die fünf obdachlosen Männer, die der Vorlage zur Folge in die Zimmer der Wohngemeinschaften einziehen sollen, Verschiebemasse sind. In der Drucksache ist zu lesen: „In die seit 2004 dem Sozial- und Jugendamt zur Verfügung stehenden leerstehenden acht Einzelzimmer sollen die jetzt noch im Anwesen Elsässerstrasse 7 untergebrachten sieben obdachlosen Männer einziehen (tatsächlich sind es offiziell fünf, siehe Anlage 4) einziehen, so daß das Objekt Elsässerstrasse veräußert werden kann“. Es geht also offen um die Vermarktung städtischen Wohnraums. Ferner belegt die Vorlage selbst, daß das eigentliche Problem das Fehlen von „normalen“ Wohnungen außerhalb von Wohnheimen ist. Es gibt genug Heimplätze in Freiburg (siehe Anlage 4). Allein unser Nachbarhaus Wonnhalde 1 steht seit Jahren halbleer.

Die Stadtverwaltung behauptet, daß die beiden Wohnhäuser Wonnhalde 1 und 1a langfristig im Bestand für soziale Zwecke erhalten werden sollen.

Nicht zuletzt wehrt sich der Hausverein Wonnhalde 1a auch deshalb gegen den Rausschmiss, weil alles dafür spricht, daß das Haus nach erfolgter Entmietung und einer Übergangsphase als Wohnheim – auf kurz oder lang zusammen mit dem Haus Wonnhalde 1 abgerissen und verkauft werden wird. Tatsache ist, daß beide Häuser baufällig sind und enorme laufende Energiekosten verursachen. Dies geht aus mehreren Gutachten hervor, welche die Stadt selbst in Auftrag gegeben hat. Der akute Sanierungsbedarf liegt bei beiden Häusern jeweils zwischen 300 000 und 500 000 Euro. In der Vorlage sind jedoch keinerlei Sanierungsausgaben für die Zukunft vorgesehen. Schon lange streifen interessierte Investoren über das Gelände.

Konstruktiver Vorschlag des Hausvereins Wonnhalde:

Die 11 MieterInnen haben sich schon seit Jahren zu einem Hausverein im Verbund des Mietshäusersyndikats zusammengeschlossen, um ihren Wohnraum zu verteidigen. Sie sind bereit, das seit Jahren verkommende Haus im Genossenschaftsmodell gegen gutes Geld zu erwerben, um so das Haus endlich sanieren und es langfristig privaten Gewinninteressen entziehen zu können. Solch ein Modell ist im Einzelfall sinnvoll, stellt jedoch keine Blaupause für den Abbau der öffentlichen Wohnraumversorgung dar. Kurzfristig schlägt der Hausverein Wonnhalde 1a ein pragmatisches Vorgehen vor:

1) Erhalt des Männerwohnheims Wonnhalde 1 Wir begrüßen den Erhalt des Männerwohnheims Wonnhalde 1. Wir leben seit 20 Jahren in guter Nachbarschaft mit den dortigen Bewohnern ebenso wie mit den BewohnerInnen des Caritas-Behindertenwohnheim Wonnhalde, sowie mit der Flüchtlingsfamilie in unserm Haus. Allerdings muss das Haus Wonnhalde 1 dringend saniert werden. Es braucht darüber hinaus endlich eine professionelle Sozialbetreuung. Ebenso soll das Haus an die Geschichte der jüdischen Familie Lasker erinnern, die auf dem Gelände ein Sanatorium betrieben hatte, bevor es von den Nazis „arisiert“ wurde.

2) Bekräftigung der langjährigen Mietverhältnisse im Haus Wonnhalde 1a Die jetzigen 11 langjährigen MieterInnen, denen nun offen mit Kündigung gedroht wird, sind mit Wohnberechtigungsschein eingezogen. Gerade ihnen ist es zu verdanken, daß das benachbarte Wohnheim 1 in den vergangenen 20 Jahren in einer guten, anregenden und funktionierenden Nachbarschaft betrieben werden konnte.

3) Wiederherstellung des Status Quo in den Wohngemeinschaften. Neubelegung der leeren Zimmer in den beiden Wohngemeinschaften an fünf Wohnberechtigte auf Vorschlag der drei jetzigen MieterInnen der Wohngemeinschaften.

Die politische Einordnung des Konflikts: Wer soll in Freiburg noch „geschützt“ wohnen dürfen?

Steigende Mieten, Rückzug des sozialen Wohnungsbaus, Privatisierung: Schon lange findet ein massiver Verdrängungsprozess der Wohnbevölkerung Freiburgs statt: Wer es sich nicht mehr leisten kann zieht an die Ränder oder ins Umland. Neu ist, wie diese Entwicklung politisch gerechtfertigt wird. So argumentierten die Befürworter der Privatisierung der Stadtbauwohnungen, in diesen wohnten ja nur 10% Hartz-4 Empfänger. Die anderen hätten also eine Subventionierung der Mieten unter das Marktniveau gar nicht nötig. Faktisch nimmt jedoch der Anteil der Wohnungskosten am verfügbaren Einkommen gerade auch der zunehmenden Masse an Gering- und Normalverdienern stetig zu. Der sozialpolitische Gestaltungs- und Schutzauftrag jedoch wird immer mehr in Richtung Notstandsverwaltung he-runtergebrochen. Am Fall Wonnhalde 1a zeigt sich dies in zweierlei Hinsicht: Der Schutz vor Marktrisi-ken, in diesem Falle das Recht auf geschützten, menschenwürdigen Wohnraum, soll nur für diejenigen gelten, die am Rand der Gesellschaft stehen. Dabei ist dieses Plädoyer für „benachteiligte Bedarfs-gruppen“ – so zeigt das Beispiel zum anderen – lediglich instrumenteller Natur. Hausverein Wonnhalde 1a, 27.11.2008

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Vom Versuch, eine seit 20 Jahren funktionierende Hausgemeinschaft zu zermürben und vom Widerstand dagegen

Die Wonnhalde ist ein altes Haus, erbaut in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts und bietet Platz für 17-19 Menschen. Mehr zur Geschichte des Hauses finden Sie hier.

In Zusammenarbeit mit dem Mietshäusersyndikat wollen wir Wohnraum für Familien und Menschen mit wenig Geld erhalten bzw. schaffen. Das Syndikat garantiert, dass kein Wohnraum reprivatisiert wird und niemand aus den Mieten Gewinne erzielt. Um unser Projekt durchzuführen, brauchen wir möglichst viele Menschen, die uns mit Direktkrediten unterstützen, da der Hauskauf zur Hälfte mit Direktkrediten finanziert wird. Direktkredite sind eine soziale Geldanlage, die über das Grundbuch abgesichert ist und mit bis zu 3% Zinsen p.a. sogar etwas Gewinn einbringt.

Leider versucht seit nunmehr drei Jahren ein kleiner Teil der Stadtverwaltung sowie des Amtes für Liegenschaften und Wohnungswesen diesem Projekt ein Ende zu machen, nachdem man sich zunächst noch an einem Verkauf interessiert gab. Die Geschichte wird täglich immer absurder, längst ist klar, dass unser Haus zusammen mit dem benachbarten Männerwohnheim Wonnhalde 1 abgerissen und das "gut vermarktbare Grundstück" höchstbietend verkauft werden soll. Allein, wir die 11 MieterInnen stehen diesem Verkauf im Wege. Und so behauptet man seit 3 Jahren stoisch, unser Wohnraum werde "dringend" zur Unterbringung von Obdachlosen und Flüchtlingen benötigt. Lesen Sie auf dieser Homepage wie beliebig, zynisch und willkürlich diese Argumente sind.

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AKTUELLER AUFRUF

Bezahlbarer Wohnraum für alle statt Exklusivresidenzen für Reiche! Die Hausgemeinschaft Wonnhalde 1a lässt sich nicht vertreiben!

Dienstag, 15. Juli 2008, 11 Uhr: Erneuter Versuch der Stadt Freiburg, die MieterInnen der Wonnhalde 1a heraus zu mobben

Seit nunmehr drei Jahren versucht die Stadt Freiburg, die langjährigen MieterInnen des städtischen Mietshauses Wonnhalde 1a los zu werden. Doch weder Kündigungen noch der moralische Appell, doch bitteschön Platz für eine angeblich dringend nötige neue Flüchtlingsunterkunft zu schaffen, haben bisher zum gewünschten Erfolg geführt: Lediglich eine Hand voll BewohnerInnen aus zwei Wohngemeinschaften ist während des zermürbenden Hin und Her der letzten Jahre „freiwillig“ ausgezogen. Nun hat die Stadt angedroht, die freigewordenen Einzelzimmer mit „Notfällen“ zu belegen und damit Zwangswohngemeinschaften zu schaffen. Zu diesem Zweck findet am kommenden Dienstag um 11 Uhr eine Zwangsbegehung der beiden Wohngemeinschaften durch eine Delegation der Stadt Freiburg statt. Das Kalkül ist klar: Die bestehenden MieterInnen ziehen genervt aus, die neuen Bewohner ohne Mietverträge werden kurzerhand wieder umgesiedelt und das Haus, das man seit einem Jahrzehnt verrotten lässt, wird mit Verweis auf „seine veraltete Baustruktur“ abgerissen. Der Hintergrund dieser verzweifelten Hauruckaktion ist seit längerer Zeit aktenkundig und wird auch von den Akteuren der geplanten Zwangsbelegung unumwunden zugegeben: Das gesamte Gelände, auf dem neben dem Mietshaus Wonnhalde 1a noch das demnächst schließende Männerwohnheim Wonnhalde 1 angesiedelt ist, soll auf dem Markt höchstbietend verkauft werden. Gemäss Drucksache G-08/051 des Gemeinderates handelt es sich um eine gut vermarktbare Lage mit einem zu erwartbaren „Gewinn“ von bis zu 1,9 Millionen Euro. Das Gelände wäre damit zugunsten wohlhabender Neufreiburger privatisiert und bezahlbarer Wohnraum vernichtet. Doch die Hausgemeinschaft Wonnhalde 1a wehrt sich nicht nur gegen diese Marktprivatisierung, sondern will beide Häuser im Rahmen eines Genossenschaftsmodells kaufen und zusammen mit anderen Gruppen ein sozial nachhaltiges Wohnkonzept umsetzen. Um dies zu erreichen, sollte eine breite Öffentlichkeit der städtischen Delegation bei ihrer Zwangsbegehung auf die Finger schauen.

Wir laden deshalb zu einem zweiten Frühstück mit Kaffee und Croissants ein:Dienstag, den 15. Juli 2008, 10.30 Uhr

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Badische Zeitung vom 24.5.2008

"Keine Bewegung in Sicht. Was wird aus der Wonnhalde 1a? Die Mieterinnen und Mieter fühlen sich unter Druck gesetzt"

Von unserer Mitarbeiterin Anja Bochtler

Auf ihren vier Tage alten Brief an die Stadtverwaltung bekommen die elf Mieterinnen und Mieter der Wonnhalde 1a vermutlich keine Antwort. Sie bekräftigen darin ihr Interesse am Kauf des Hauses gemeinsam mit dem Mietshäusersyndikat. Bewegung in die verhärteten Fronten bringt das nicht. Die Stadt brauche das Haus, um Flüchtlinge und Wohnungslose unterzubringen, argumentieren die Pressesprecherinnen Petra Zinthäfner und Edith Lamersdorf. Die Mieter halten das für einen Vorwand. Ziel sei, das Haus zu verkaufen: An den, der am meisten bietet. Das streitet man bei der Stadtverwaltung gar nicht ab. Zurzeit werde das Haus zwar gebraucht, weil die Wohnungslosen-Unterkünfte in der Bayernstraße 1 und 3 aufgegeben werden mussten und die Flüchtlingsunterkunft Hagelstauden wegen der Bebauung des Gebiets "Innere Elben" keine Zukunft hat. Für die Pflicht-Unterbringung Wohnungsloser und Flüchtlinge teuren Wohnraum anzumieten sei undenkbar, wenn die Stadt eigenen günstigen Wohnraum habe. Doch falls sich an dieser Situation etwas ändern sollte, könne das Haus durchaus verkauft werden — nach Ablauf der Frist, die nach dem Bürgerentscheid das Verkaufen städtischer Wohnungen verhindert. Dann werde eine öffentliche Ausschreibung entscheiden, betont Edith Lamersdorf: Da könnten sich die Mieter bewerben, aber "ohne Vorrechte, ohne Sonderregelung." Die einst bewährte Kooperation zwischen Stadt und Mietern ist seit drei Jahren zu Ende. Damals wurde den Bewohnern der Wonnhalde 1a, wo seit mehr als 20 Jahren "Menschen mit kleinerem Portemonnaie" zum Teil in Wohngemeinschaften mit gemeinsamen Küchen und Bädern zusammenleben, gekündigt. Seitdem stehen Zimmer leer. Die Stadt möchte keine neuen langfristigen Mieter mehr, die — wie früher üblich— von den WGs vorgeschlagen werden, weil die Bewohner ausziehen sollen. Sie "knallhart ’raus zu klagen" sei jedoch nicht geplant, sagt Edith Lamersdorf, ob das rechtlich Erfolg haben könnte, ist ohnehin unklar. Trotzdem fühlen sich die Mieter unter Druck gesetzt, seit sie kürzlich von einem geplanten Begehungstermin der leeren Zimmer durch die Stadtverwaltung am darauf folgenden Tag erfuhren. Ihnen leuchtet nach wie vor die Dringlichkeit nicht ein, auf die sich die Stadtverwaltung seit drei Jahren beruft. Diese Argumentation werde nur benutzt, um die lukrativste Vermarktung des Hauses und des Nachbarhauses (Wonnhalde 1), in dem ein Männerwohnheim untergebracht ist, zu ermöglichen. Wenn dann ein Investor die alten Häuser abreißen würde, entstehe dort "gewiss kein Wohnraum für Gering- oder Normalverdiener" . Genau den aber wollen die Mieter mit ihrem gemeinschaftlichen Wohnprojekt bewahren — und kritisieren generell die "doppelzüngige Wohnungspolitik" der Stadt, die vorgebe, sich für günstige Mieten einzusetzen, aber vor allem auf Profit aus sei.