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Die Geschichte des Sanatoriums der jüdischen Familie Lasker an der Wonnhalde Im Jahr 1891 wurde das Sanatorium „Bad Rebhaus“ von der jüdischen Familie Lasker gegründet. Der Kurbetrieb war so erfolgreich, dass die Laskervilla (in diesem Haus ist heute das städtische Obdachlosenwohnheim Wonnhalde 1 untergebracht) um ein Badehaus erweitert wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden das repräsentative Kurhaus (auch Oberhaus genannt. Auf der Fläche steht heute das Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen, vom Freiburger Caritasverband getragen) und die große Glashalle (auf dem heutigen Gelände der forstwissenschaftlichen Versuchsanstalt) gebaut. Die im Stil der Pariser Weltausstellungsarchitektur errichtete Glashalle wurde bald zu einem weithin bekannten Restaurant und zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt Freiburgs. Der die Glashalle umgebende „Wirtschaftsgarten“ hatte den Charakter einer exotischen Gartenanlage, was sehr zur Attraktivität des Rebhauses beitrug. Nach dem Tod des Gründers Max Daniel Lasker übernahmen seine Söhne Albert und Daniel Max Lasker die Leitung des Rebhauses. Während des 1.Weltkrieges wurde das Rebhaus als Lazarett genutzt. Danach wurde der Sanatoriumsbetrieb wieder aufgenommen. Das Rebhaus war bei seinen Gästen sehr beliebt, neben vielen anderen bekannten Persönlichkeiten war auch Else Lasker-Schüler, eine bedeutende deutschsprachige Schriftstellerin hier oft zu Besuch. 1929 mussten die beiden Schwägerinnen Luise und Klara Lasker, die nach dem Tod der beiden Brüder, das Rebhaus übernommen hatten, Konkurs anmelden. Erst 1931 konnte das Sanatorium in verkleinerter Form wieder eröffnet werden. Das Oberhaus wurde aus der Kuranlage ausgegliedert und an eine Haushaltschule für höhere Töchter vermietet. Die Familie Lasker verließ 1933, nachdem sie von den Nazis bedroht wurden, Hals über Kopf Freiburg. Sie flohen über die Schweiz nach Italien und erreichten 1935 Palästina. Der von ihnen eingesetzte Verwalter Heinrich Lenze versuchte den Betrieb aufrecht zu halten. 1934 musste er wegen schlechter Belegung aufgeben - jüdische Gäste blieben aus, ausländische Besucher mieden Deutschland und deutsche Gäste wagten kaum noch einen jüdischen Kurbetrieb zu besuchen. Gleichzeitig wies das städtische Fremdenverkehrsbüro dem Rebhaus keine Gäste mehr zu. Ein noch 1932 aufstrebendes Unternehmen wurde in die Zwangsversteigerung getrieben und zerschlagen. Klara und Luise Lasker und ihre drei Töchter kehrten nicht mehr nach Deutschland zurück. Eine Entschädigung wurde 1949 abgelehnt. Ein neues Verfahren brachte den Erbinnen später eine dürftige Entschädigung ein, sie bekamen 200 DM, womit “alle weiteren Ansprüche abgegolten“ waren. Es kam danach zu unterschiedlichen Verwendungen der einzelnen Gebäude, u.a. zur Nutzung als Krankenhaus, für den Schulbetrieb, für Verwaltungseinrichtungen und als Notquartiere. Literatur: Andreas Meckel: Das Rebhaus in der Wonnhalde. Ein Ort mit glanzvoller Vergangenheit. In: Freiburger Almanach 2007 --------------------------------------------------------- Chronologie der Ausseinandersetzungen um das Miethaus Wonnhalde 1a Eine komprimierte Zusammenstellung der Geschichte finden Sie im PDF-Dokument: Zum Beispiel Wonnhalde 1a. Vom Zynismus kommunaler Wohnungspolitik. Das vierseitige Flugblatt wurde in einer Druckauflage von 5000 Exemplaren um den 1. Mai 2009 in Freiburg verteilt.Vom Zynismus kommunaler Wohnungspolitik
1950Bau des Hauses Wonnhalde 1a. Die folgenden Jahrzehnte wird es als als Schwesterwohnheim eines Krankenhauses für Dialysepatienten genutzt Seit 1982 Vermietung der beiden Häuser Wonnhalde 1 und 1a durch die Erbengemeinschaft Allgeier. Das Haus 1a wird frei überwiegend an Wohngemeinschaften vermietet. Das Haus 1 wird an die Staatliche Liegenschaftsverwaltung vermietet, die darin Zivildienstleistende unterbringtSommer 1987 Immobilienmakler Gernot Lüwa übernimmt die Verwaltung der Häuser und kündigt deren Verkauf an. Die Erbengemeinschaft bietet den Kauf zunächst dem Land (staatliche Liegenschaftsveraltung) an, das jedoch mit Verweis auf den Preis ablehnt. Auch das sich auf Büroraumsuche befindliche Ökoinstitut lehnt den Kauf ab. In einer öffentlichen Begründung verweist man auf die Tendenz der Ersetzung von Wohn- durch Büroraum, die nicht mitgetragen werden solle. Auch die Stadt Freiburg ist als mögliche Käuferin im Gespräch. Die offiziellen Erwägungen laufen auf eine Nutzung eines der Gebäude als Unterkunft für AsylbewerberInnen und UmsiedlerInnen hinaus. Nachdem auch die Stadt ihr Kaufinteresse zurückzieht (siehe Brief von OB Böhme vom 26.2.1988) - die Zahlen der Asylbewerber sind zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Veränderungen des Asylrechtes von 1986 rückläufig, die bestehenden Wohnheime stehen zur Hälfte leer - sucht Lüwa nach möglichen PrivatkäuferInnen Auschreibung Verkauf Wonnhalde Imo Luewa 1987.pdf22.06.1987 Gründung des Vereins für selbstbestimmte Lebensformen in der Wonnhalde Juli/August 1987 Lüwa erhöht den Druck auf die BewohnerInnen des Hauses 1a. Bisher geltende mündliche Vereinbarungen sollen nicht mehr gelten. Die Nutzung des Hofes und des Kellers wird untersagt oder eingeschränkt, eine Sauberhaltung des Geländes angemahnt, da - so die offizielle Begründung in einem Schreiben vom 23.7.1987 - "wir uns in Verkaufsverhandlungen befinden und die äußere Situation des gesamten Anwesens im derzeitigen Zustand verkaufs- bzw. preismindernd wirkt." September 1987 Die MieterInnengemeinschaft Wonnhalde 1a geht mit einem offenen Brief sowie mehreren Flugblättern an die Öffentlichkeit. Sie geht davon aus, dass nach einem erfolgten Verkauf der Häuser an Privatinvestoren im Falle der Wonnhalde 1a bezahlbarer Mietwohnraum verloren geht. Selbst wenn den MieterInnen nicht gekündigt werden würde (das ist die mehrfach öffentlich abgegebene Erklärung Lüwas!!), würde sie eine 30% Mieterhöhung treffen, da nur so die Gewinnerwartungen eines möglichen Käufers angesichts des gehandelten Preises erfüllt werden |